Der Medienkonsum und die Wirtschaft lassen zu Beginn des 21. Jahrhunderts die englische Sprache als die wichtigste erscheinen, wenngleich am Horizont die chinesische lauern mag. Die Bedeutung anderer Sprachen, die nach einem europäischen oder afrikanischen Maßstabe, aber nicht nach einem globalen alltäglich viel gesprochen werden, scheint zu sinken. Sind andere Sprachen als die jeweilige Muttersprache und Englisch oder Chinesisch bloß noch ausgefallene Hobbys oder Mittel zum Zweck?

„Wie nun dergleichen Dinge, wenn sie einmal im Gange sind, kein Ende und keine Grenzen haben, so ging es auch hier: denn indem ich mir das barocke Judendeutsch zuzueignen und es ebenso gut zu schreiben suchte, als ich es lesen konnte, fand ich bald, daß mir die Kenntnis des Hebräischen fehlte, wovon sich das moderne verdorbene und verzerrte allein ableiten und mit einiger Sicherheit behandeln ließ. Ich eröffnete daher meinem Vater die Notwendigkeit, Hebräisch zu lernen, und betrieb sehr lebhaft seine Einwilligung: denn ich hatte noch einen höhern Zweck. Überall hörte ich sagen, daß zum Verständnis des Alten Testaments so wie des Neuen die Grundsprachen nötig wären.“ (BA13:135f.)

Die Kenntnis von Sprachen scheint darüber hinaus wichtig zu sein, wie Schopenhauer meinte:

„Hieraus nun folgt, daß man in jeder Sprache anders denkt, mithin unser Denken durch die Erlernung einer jeden eine neue Modifikation und Färbung erhält, daß folglich der Polyglottismus, neben seinem vielen mittelbaren Nutzen, auch ein direktes Bildungsmittel des Geistes ist, indem er unsre Ansichten, durch hervortretende Vielseitigkeit und Nüancirung der Begriffe, berichtigt und vervollkommnet, wie auch die Gewandtheit des Denkens vermehrt“ (Deu-V:630.)

Werden Interessen und Ansichten eines Menschen durch Sprachen mehr geprägt als Spracherwerb durch Interessen? So oder so: Sprachkenntnisse und Interessen hängen zusammen. Sollte es nun stimmen, dass Sprachkenntnisse eine entscheidende Prägung für den Geist sind, sollte an Aussagen über Sprachen auch der (schriftlich besonders fertige und hinreichend produktive) Geist dahinter leicht zu identifizieren sein.

In diesem Quiz gibt es zu Goethe, Schopenhauer und Nietzsche jeweils acht Zitate zu Sprachen im Allgemeinen, wie auch zu Sanskrit, Griechisch, Latein, Französisch, Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch im Besonderen. Zu 24 Zitaten wird der Autor gesucht. Aufgrund der sprachlichen Eigenheiten und biographischen Besonderheiten sollte die Zuordnung sogar besonders einfach sein.

  • Goethe wird in diesem Quiz nach der Berliner Ausgabe zitiert. Es wurden hierfür  Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, der Vortrag Über die verschiedenen Zweige der hiesigen Tätigkeit und Italienische Reise genutzt.
  • Schopenhauer wird nach der Deußen-Ausgabe zitiert. Gebraucht wurden Briefe, Parerga u. Paralipomena, der Lebenslauf vom 31.12.1819, und Ueber d. methodisch betriebende Verhunzung d. dt. Sprache.
  • Nietzsche wird nach der Kritischen Studienausgabe von 1988 (KSA) zitiert, aus: Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten, Die fröhliche Wissenschaft, Nietzsche contra Wagner und Menschliches, Allzumenschliches.

Dieses Quiz besteht aus 24 Fragen. Bei jedem Start des Quiz werden zufällig 10 Fragen ausgewählt.

Testen Sie, wie viele Zitate Sie zuordnen können!

Bestenliste: Goethe, Schopenhauer und Nietzsche über Sprachen

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Artikelbild: aus gemeinfreien Bildern Affenspaß-Eigenkreation CC-BY-SA 2020. Originale: https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Schopenhauer#/media/Datei:Schopenhauer_1852.jpg, https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche#/media/Datei:Nietzsche1882.jpg, https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe#/media/Datei:Goethe_(Stieler_1828).jpg

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