Heißt es „Alptraum“ oder „Albtraum“? Der Duden empfiehlt die Schreibweise mit „b“, also muss es korrekt „Albtraum“ heißen. Aber laut Duden gibt es noch die erlaubte alternative Schreibweise mit „p“. Demnach ist auch „Alptraum“ korrekt. In den deutschen Zeitungen und in der Kultur ist die p-Schreibweise etwas weiter verbreitet – nicht aber bei den Medizinern.

Warum ist „Albtraum“ die richtige Schreibweise?

Zum einen wohl schlicht und einfach weil es der Duden derzeit so vorgibt (vor 1996 galt bloß „Alptraum“), und der Duden maßgeblich für die Rechtschreibkonventionen in Deutschland ist. Zum anderen, weil das Wort ein Determinativkompositum aus den Substantiven Alb und Traum ist, und man heute Alb und nicht Alp schreibt. Ein Alb oder Elf war im Germanischen ein böses Wesen, das auch schlechte Träume verursacht.

„Alben – abgeleitet von Alb – ist die ursprüngliche Bezeichnung für Elfen (germ. albi, altsächs. alf, engl. elf). In der germanischen Mythologie waren die Elfen für die Träume zuständig (siehe Nachtalb und Mahrt). Auf diese tückischen Wesen wurden die schlechten Träume zurückgeführt. Insbesondere stellte man sich bildlich die Alben meist in menschenähnlicher Gestalt auf der Brust des Schlafenden hockend vor, was ein unangenehmes Druckgefühl auslöste, daher auch die ältere Bezeichnung Alb- oder Alpdruck.“ (https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Albtraum&oldid=196300328 (Abgerufen: 29. Januar 2020, 18:53 UTC))

Duden.de: Albtraum

 

Welche Schreibweise bevorzugen die Medien: „Alptraum“ oder „Albtraum“?

Die Nachrichtenagenturen empfehlen die alte Schreibweise mit „p“: Alptraum. Mit dieser Schreibweise sind viele Generationen aufgewachsen, auch Journalisten. Dominiert in den Zeitungen die alte oder die neue Schreibweise?

Auf Spiegel.de führt der Alptraum vor dem heutzutage eigentlich richtigen Albtraum. Es gibt 2.352 Ergebnisse für „albtraum“ und 3.259 Ergebnisse für „alptraum“.

2.352 Ergebnisse für „albtraum“ auf Spiegel Online

3.259 Ergebnisse für „alptraum“ auf Spiegel Online

Auch auf Zeit.de führt der Alptraum mit 3.253 zu 3.176:

3.176 Suchergebnisse für »albtraum« auf Zeit Online

3.253 Suchergebnisse für »alptraum« auf Zeit Online

Auffällig ist hier allerdings, dass der erste Artikel der Suchergebnisse für „alptraum“ im Teaser-Text das Wort „Albtraum“ beinhaltet, und damit die empfohlene Duden-Schreibweise gebraucht. In diesem Artikel „Die Angst eilt ihnen voraus“ werden tatsächlich beide Schreibweisen genutzt. Vielleicht gab es beide Varianten des Albtraums im Kopf von Fabian Kretschmer oder unbewusste Uneinigkeiten zwischen Zeit-Redakteuren:

„In Zeiten des Coronavirus ist das ein Albtraum, die Stadt rüstet sich.“

„Die Behörden rechnen in den nächsten Tagen mit der Rückkehr von rund acht Millionen Arbeitsmigranten aus den Neujahrsferien – ein epidemiologischer Alptraum.“

Offensichtlich besteht weder beim Spiegel noch bei der Zeit Einigkeit über die richtige bzw. die bevorzugte Schreibweise. Beide Medien bevorzugen online jedoch knapp den Alptraum.

Für die Printversionen der Zeitungen wird die Präferenz für den Alptraum allerdings etwas deutlicher: Es gibt wesentlich mehr Korpustreffer für Alptraum im Kernkorpus der Zeitungen 1900–1999 des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache als es Treffer für den Albtraum gibt. (dwds.de/Alptraum Zeitungen und dwds.de/Albtraum Zeitungen)

Zu einer größeren Übersicht bei den Medien: siehe Grafik am Ende des Artikels.

Es wird häufiger „Alptraum“ als „Albtraum“ gegoogelt, aber seltener gefunden.

Auf Google Trends sind die Suchvolumina ab 2004 für verschiedene Begriffe einsehbar und vergleichbar. Dort führt der von Zeit und Spiegel leicht bevorzugte Alptraum:

Google Trends Suchvolumen Albtraum vs. Alptraum

Soweit die Suchanfragen, die Google zu bewältigen hat. In den Ergebnissen sieht es anders aus. Dort gibt es ca. 3,9 Millionen Ergebnisse für den Albtraum und 3,1 Millionen für den Alptraum. (google.com/search?q=albtraum und google.com/search?q=alptraum)

Der Albtraum gewinnt bei den Medizinern

In der deutschen Ausgabe des ICD-10, dem wichtigsten und weltweit anerkannten Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen, heißt es unter F51.5: Albtraum (Angstträume). Auch auf netdoktor.de liegt der Albtraum vorne: 30 zu 11.

Deutsche Krimis bevorzugen den Alptraum

Es gab in der Krimireihe Tatort eine Folge mit dem Namen Alp-Traum (408) und zwei mit „Alptraum“ im Namen: Alptraum (359) und Adams Alptraum (897). Albträume sind dagegen trotz Rechtschreibreform nicht vorhanden. Die Filmreihe Polizeiruf 110 macht es in der Folge 71 nicht anders mit Alptraum, und auch in dieser Filmreihe gibt es keinen „Albtraum“.

Fazit

Sollte jemand vor dem Ausschreiben des beliebten Wortes für Angstträume ins Stocken geraten, dann muss die Empfehlung laut Duden und Medizinern Albtraum lauten. Wer dagegen traditionell Alptraum schreibt, ist mit den Krimireihen Polizeiruf und Tatort in guter Gesellschaft. Und wer die Schreibweise ständig wechselt, ist in der deutschen Medienlandschaft gut aufgehoben. (Download Zahlengrundlage des nachfolgenden Diagramms)

Vergleich der Schreibweise Alptraum vs. Albtraum in Medien und Kultur


Artikelbild: Von Anonyme flamand – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21341762

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