Noch ist der amerikanische Immobilien-Tycoon Donald Trump nicht der Präsident der Vereinigten Staaten, nicht einmal Kandidat der Republikaner, doch nach einigen beeindruckenden Siegen im Vorwahlkampf muss man sich fragen, was Trump richtig macht. Ein Geheimnis von Trumps Erfolg ist gelüftet: seine Sprache!

Markante Wörter

Zunächst zu den markanten Wörtern: Donald Trump verwendet gerne harte Ausdrücke. Euphemismen meidet er. Dabei hebt er sich natürlich vom politischen Establishment ab, was ihm Wähler sichert. Gerade er richtet sich, wie kein zweiter (Republikaner), gegen die Etablierten in Washington. Dabei hilft es ihm natürlich, dass er anders spricht. Er spricht nicht um den heißen Brei herum. Trump redet offen vom Töten, Sterben, Umbringen, getötet werden und seinen Feinden (bzw. denen Amerikas). Er scheut sich nicht nur nicht, harte Wörter zu nutzen, sondern er nutzt sie bei jeder Gelegenheit.

Wiederholungen

Trump wiederholt innerhalb von einem Statement zigmal ein und denselben Satz. Bei jeder Rede verwendet er diese Sätze. Natürlich heißt es unter Politikern auch: „Erst wenn es uns aus den Ohren kommt, wenn wir es nicht mehr hören können, dann kommt es bei den Bürgern an“. Doch Trump wiederholt, ohne dass es sich wie eine Wiederholung oder eine Leier anhört. Das ist die Kunst eines guten Verkäufers.

Die Einfachheit der Sprache von Donald Trump

Donald Trumps größter „Trick“ ist die Einfachheit: Er spricht in kurzen Sätzen, verwendet kurze Wörter (einsilbig, wenn möglich) und nimmt immer die einfachsten Wörter. Er spricht, wie es ein Grundschüler tun würde. Deshalb versteht ihn auch jeder. Man braucht keinen langen Schachtelsatzkonstruktionen mit diesen und jenen Euphemismen und Nebensätzen – mit oder ohne Inhalt – folgen.

Natürlich muss das nicht ein Trick sein: Es kann eben auch einfach die Sprache eines guten Verkäufers sein. Donald Trump spricht die Sprache seiner Kunden. Seine Kunden, also seine Wähler spricht Trump mit einer einfachen Sprache besser an.

Wenn man dem britischen Soziologen Basil Bernstein folgt, so müsste man die Sprache, in der Donald Trump spricht, als „restringiert“ bezeichnen, und die Sprache vieler seiner Mitbewerber, besonders auch des demokratischen Kandidaten Bernie Sanders, als „elaboriert“.  Dabei geht es um die sprachlichen Details innerhalb einer Sprachgemeinschaft. Die Mittel- und Oberschicht nehme eine Form der Sprache (elaboriert), die sich von der der Unterschicht (restringiert) unterscheide. Im restringierten Code greift man auf einen kleineren Wortschatz zurück und grammatikalisch sind die Sätze eher einfach aufgebaut (oft auch falsch). Dagegen weist eine elaboriert codierte Sprache einen größeren Wortschatz auf, ebenso eine logische Struktur, und nimmt eher die passive Form an, dazu ist auch die Ansprache eher unpersönlich.

Doch natürlich sollte man nicht den politisch inkorrekten Schluss ziehen, Trumps Wähler wären nur in der Lage, sprachlich wenig Anspruchsvolles zu verstehen. Man könnte sicherlich auch davon ausgehen, dass seine Sprache als Kontrast zu den Mitbewerbern als bewusstes Mittel eingesetzt wird.

weitere sprachliche Tricks

  • Desweiteren spricht Trump oft in der ersten und zweiten Person. Menschen werden häufig direkt angesprochen.
  • Starke und markante Wörter schiebt er gerne an den Ende eines Satzes. Dabei bleiben sie (durch die Betonung am Satzende) stärker haften.
  • Gegenargumente werden einfach ignoriert.
  • Politische Korrektheit wird missachtet.

Bild: Eigenkreation u.a. aus: Foto von Von Michael Vadon – https://www.flickr.com/photos/80038275@N00/20724666936/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42609338

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