Was macht einige Staaten erfolgreich und andere erfolglos? Welchen Einfluss hat die Geographie auf Staaten und welche heutigen Staaten haben eine gute Geographie?

Zugang zu den Weltmeeren

Der größte geographische Unterschied zwischen den USA und Russland ist der Zugang zu den Weltmeeren. Die USA liegen zwischen zwei Weltmeeren, dem Pazifik und dem Atlantik. Sowohl an der Ost- als auch an der Westküste haben die USA zu keinem Zeitpunkt im Jahr Probleme mit Eis. Ganzjährig können US-amerikanische Unternehmen über die Häfen Handel betreiben, mit Japan, China oder Europa.

Russland dagegen hat nur im schwarzen Meer einen Hafen, der das ganze Jahr über eisfrei ist. Zum Handeltreiben sind die meisten Häfen zwar nutzbar, allerdings nicht zu jeder Zeit des Jahres.

Das größere Problem Russlands mit den Häfen ist ein militärisches: Die militärischen Großmächte stützen sich auf Luftwaffe, Heer und Marine. Wenn davon die Flotten nur halbjährlich verfügbar sind, ist die Verteidigung des Landes nicht gut aufgestellt. Der Klimawandel mag Russland dabei helfen, künftig eisfreie Häfen zu haben, allerdings liegen dennoch einige wichtige Häfen Russlands in der Ostsee. Das Problem hierbei: Zwischen den Ostseehäfen und dem Atlantik liegen viele Nato-Staaten, unter anderem Großbritannien. Das macht diese Häfen für Russland militärisch fast unbrauchbar.

Berge

Berge können nützlich sein: Sie dienen oft als gute Grenze. Zwischen China und Indien hindern sie zwei Großmächte mit Atomwaffen und vielen Konflikten an einem schlimmen bewaffneten Konflikt mit Millionen Toten. Sie erschweren natürlich auch den Handel über Landweg zwischen beiden. Doch als Grenze sind Gebirge dort wichtiger.

Brasiliens Atlantikküste ist ein Beispiel dafür, wie problematisch Berge/Gebirge sein können. Vom Atlantik aus gesehen kommen zunächst Strand und Großstädte bevor die schwer passierbaren Berge kommen und schließlich die Tiefe des Regenwalds. Das Landesinnere ist kaum mit der Küste verbunden – und damit kaum mit dem Handel der Welt.

Rohstoffe

Die Vereinten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten zeigen, was man aus den Reichtümern im Boden machen kann. Sie verwandeln Rohstoffe in militärische und wirtschaftliche Stärke – in Macht und Einfluss. Doch Rohstoffe machen einen Staat nicht unbedingt gesegnet durch Geographie. Die reichsten Regionen der Welt, Europa und Nordamerika, sind ohne viele Rohstoffe reich geworden. Sie hatten allerdings gute Böden und mildes Klima. In Deutschland sind die Winter kalt genug, um Keime zu töten und die Sommer sind nicht zu heiß. Außerdem kann man ganzjährig arbeiten – das ist in vielen Regionen der Welt unmöglich.

Viele Rohstoffe können allerdings auch zu Problemen führen: Sieht man von Interessen anderer Staaten ab, die dann einmarschieren, gibt es noch die „Dutch disease“. Dabei leiden Staaten darunter, dass sie viel von einem Rohstoff exportieren. Dabei kollabiert der Rest der exportierenden Wirtschaft, da die Währung aufwertet. Dies war den Niederlanden in den 1960er Jahren passiert, als sie Erdgas exportierten. Den VAE passiert das nicht, da Geschäfte mit dem Öl immer in US-Dollar abgewickelt werden und die VAE keine große Exportwirtschaft jenseits des Öls hat.

Flüsse

Einige Staaten wie die USA oder Deutschland konnten eine gute Wirtschaft aufbauen, weil sie – als es noch wesentlich wichtiger war – sich auf ein Fluss-/Kanalsystem stützen konnten. Das sind wichtige Handelswege und Lebensadern. Die USA haben den Mississippi, der viele Staaten versorgt und in Deutschland haben Rhein, Main, Donau und Elbe diese Funktion. Entscheidend dabei ist, dass diese auch schiffbar sind.


Artikelbild: Von Brüder von Limburg – IRHT-CNRS/Gilles Kagan – Bibliothèque du château, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=108858

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