Als Blogbetreiber muss man sich immer wieder folgende Frage stellen: Wie bekomme Menschen dazu, auf meinen neuen Artikel zu klicken  bzw. ihn zu finden? Also: Wie bekomme ich Leser?

Entscheidend dafür ist auch der Titel eines Artikels. Je nach Traffic-Quelle sollte dieser allerdings anders aussehen. Daher sollte man sich noch einmal kurz mit den Leser-Quellen auseinandersetzen:

Traffic-Quellen bzw. Leser-Quellen

Es gibt verschiedene Wege, Leser zu bekommen. Sie können die Seite direkt ansurfen, über Google (oder Bing/Yahoo/…) die Seite finden, über soziale Netzwerke auf die Seite kommen, per E-Mail-Marketing oder Verweisen von Foren oder anderen Webseiten. Daneben gibt es natürlich noch Werbung, wie auch Suchmaschinenmarketing (SEM). Die große Frage ist: Wie nutze ich sie?

SEO: Suchmaschinenoptimierung

Eine gut optimierte Seite kann viele, viele Besucher von Google und Co. beziehen. Dazu muss man die eigene Webseite optimieren. (Artikel: Seo allgemeinKeyworddichte, Anzahl Themen)

Das führt in der Regel dazu, dass Webmaster oder Blogger mit dem Tool http://keywordtool.io/ zu einem bestimmten Thema nach Suchbegriffen schauen. So findet man damit heraus, dass bei der Zeichenkette „Friendzone“ die Suchbegriffe „friendzone vermeiden“, „friendzone test“, „friendzone entkommen“ usw. beliebt sind. Jedenfalls sind das relevante Suchbegriffe. Man kann das auch über Google Suggest herausfinden. Gab man vor Jahren etwa den Suchbegriff „Bettina Wulff“ bei Google ein, dann schlug Google u.a. „Bettina Wulff Escort“ vor – weil das eben oft gesucht wurde.

Mithilfe des KeywordPlanners von Google Adwords kann man dann mit den Vorschlägen von Suggest oder einem Keywordtool schauen, wie oft welcher Suchbegriff gesucht wird. Der KeywordPlanner gibt u.a. Trends und Suchvolumina aus. Das offenbart wertvolles Wissen: Erstaunlich oft wird relativ unlogisch gesucht von den Nutzern der Suchmaschinen. Statt etwa nach „Kater verhindern“ zu suchen, suchen einige nach „wie verhindert man einen Kater“. Relevante Wörter sind beim Suchen selten unbestimmte Artikel oder Indefinitpronomen.

Die Ergebnisse dieser Analyse der potenziellen Besucher oder deren Suchanfragen liefern nun diverse Möglichkeiten für einen guten Artikel. Wenn man einen Artikel über ein Phänomen oder eine Theorie oder eine Meinung mit einem zugehörigen Fachbegriff schreiben möchte, so bietet es sich an, den Artikel nach diesem Phänomen zu benennen. Das Thema könnte „Konstruktivismus“ sein. Nennt man den Artikel so und taucht dieser Begriff in Überschriften, der URL und oft im Text auf, so wertet Google den Artikel schon eher als relevant. Andere Suchmaschinen verfahren auch so, doch Google ist mit etwa 90% Marktanteil in Deutschland das Maß aller Dinge. Relevant für Google sind natürlich noch weitere Faktoren wie Links, Social-Media-Verweise usw.

Besuchende anstelle von Suchenden

Mit dem Titel „Konstruktivismus“ spricht man die Suchenden bei Google an – wenn sie diesen Begriff suchen. Bei Facebook, Twitter und auf der eigenen Webseite als einen der weiteren Artikel ist das natürlich nicht sonderlich ansprechend. Besser wäre da etwas wie „Was wissen wir wirklich über die Welt?“ oder etwa „Leben wir alle in derselben Welt?“. Das wäre der Hit! Selbstverständlich kann man einen trockenen „Konstruktivismus“-Artikel auch mit dem Kommentar „Was wissen wir wirklich über die Welt?“ twittern, doch was ist dann mit den Menschen die auf Google nach „Konstruktivismus“ suchen? Die landen so nicht auf der Seite.

Die Lösung ist offensichtlich: Man muss beides berücksichtigen. Der Titel ist in diesem Fall einfach: „Konstruktivismus: Leben wir alle in derselben Welt?“. Doch es gibt auch viel schwieriger Fälle. Solche zum Beispiel, in denen der Fachbegriff sehr lang ist, oder im dem Fall, wenn man keine Schlagzeile daraus machen kann. Es besteht auch immer die Gefahr, auf Bild-Niveau abzugleiten, wenn man Leser fangen will.

Achtung: Es wirkt vielleicht verlockend, einfach den Artikel zweifach zu veröffentlichen, unter beiden Titeln. Doch das geht in die Hose. Erstens kann es passieren, dass Leser auf den doppelten Artikel stoßen und dann die Seite verlassen, und zweitens straft Google solche Seiten ab. Das Zauberwort heißt „Unique Content„. Mehr dazu und noch zu weiteren Google-Gesetzen im Internet bald auf affenspaß.de …

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