Wie entstehen Flussverzweigungen? Woran erkennt man, was die Ursachen für die Verzweigungen von Flüssen sind oder waren?

Es gibt verschiedene Arten von Flussverzweigungen:

Breitenverzweigung

Bei instabilen Ufern tritt Breitenverzweigung auf. Doch meistens kommt noch starke Geröllfracht dazu. Der Fluss verbreitert sich und die Fließgeschwindigkeit nimmt in­fol­ge­des­sen ab. Gleichzeitig nimmt die Sedimentation zu: Es entstehen Schotter- und Kiesbänke, die mit der Zeit ein Hindernis darstellen. Das zwingt das Wasser, neue Wege zu gehen.

Erosionsverzweigung

Falls das Flussbett von transportiertem Geröll geschürft wird und der Fluss eher erodiert als sedimentiert, entstehen neue Tiefen. Bedingung für eine Verzweigung ist allerdings, dass das Material unterschiedlich widerstandsfähig ist.

Mäander

Mäander sind Krümmungen/Kurven eines Flusses. Ein Mäander ist dabei eine Schleife eines Flusses. Dabei krümmt er sich abwechselnd, wie eine Welle und regelmäßig. Das passiert, da der kurvige Fluss sowohl sedimentiert als auch erodiert. In einer – flussabwärts betrachtet –  Linkskurve sedimentiert er links wg. der geringeren Geschwindigkeit im Inneren, und er erodiert rechts, ganz außen in der Kurve, da er dort aufprallt und die Geschwindigkeit größer ist.

Das Flussbett ist dabei immer gleich. In den geraden Abschnitten sedimentiert er nicht, aber er erodiert auch nicht. In den Kurven sedimentiert er innen und erodiert er außen.

Ursachen für das Mäandrieren können Hindernisse im Fluss, Unebenheiten im Flussbett oder turbulentes Fließen sein.

Wenn ein solcher Fluss auch die die Tiefe erodiert und genügend Zeit hat, entsteht auch ein entsprechendes Tal: Talmäander.

Damit mäandrierende Flüsse, wie etwa der Rhein, gut, also ökonomisch, schiffbar bleiben, werden sie oft begradigt. Dabei erhöht sich die Fließgeschwindigkeit deutlich und entsprechend höher ist auch die Erosion. Aus Gründen des Naturschutzes werden mittlerweile immer öfter Bäche und auch Flüsse, die nicht schiffbar sein müssen wieder in alte Flussbette überführt, da die Überschwemmungsgefahr sinkt und die Tier- und Pflanzenarten dort wieder leben können.

Foto von https://unsplash.com/danny159

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