Sicher, Flüsse verlaufen immer von oben nach unten … Doch was sagt der Verlauf des Flusses über die Landschaft aus – und was ist das Besondere an Flüssen?

Natürlich läuft Wasser von oben nach unten. Der Wasserspiegel des Flusses weist also ein Gefälle auf von der Quelle bis zur Mündung. Wenn man nur den Wasserspiegel betrachtet und ihn zweidimensional abträgt, kann man sehen, wo größere Gefälle sind. Diese zeigen dann geologische Strukturen auf. So sieht man vielleicht tektonische Besonderheiten, Erosion und abrupte Änderungen des Flussverlaufes. Das Gefälle zeigt auch auf, die hoch die Fließgeschwindigkeit sein muss. Das lässt Rückschlüsse auf die Erosion zu.

Auch Annahmen über Talformen sind aufgrund der Betrachtung des Gefälles möglich. Je höher der Wasserlauf liegt bzw. je weiter weg er von der Mündung liegt, desto tiefer schneidet sich ein Fluss ins Gebirge ein. Es entstehen dabei Kerbtäler. Dabei spielt die Wassermenge keine so große Rolle. Näher an der Mündung kann er das nicht mehr, da sind Kerbtäler nicht anzutreffen. Entscheidend ist hier die Erosionsbasis. Diese ist immer auf Höhe der Mündung. Unterhalb dieser erodiert der Fluss nicht mehr. Dort sedimentiert er. In der Regel ist das auf Meeresniveau. Ausnahmen sind Flüsse, deren gesamtes System nicht mit dem Meer verbunden ist, sondern bloß einem Becken ohne Abflüsse (z.B.: Aralsee).

Besonders ist bei Flüssen die rückschreitende Erosion. Flüsse erodieren von der Mündung bis hoch zur Quelle. Das bedeutet, dass auf lange Sicht hin der Niveauunterschied zwischen Quelle und Mündung egalisiert wird. In einigen wenigen Fällen führte das schon zur Flussanzapfung. Dabei erodiert ein Fluss so stark, dass er auf einem niedrigen Niveau im Einzugsgebiet eines anderen Flusses „Wasser abgräbt“. Der andere Fluss ist der, der angezapft wird. Er verliert dabei an Wassermenge, während der anzapfende Fluss mehr Wasser führt und dabei auch mehr erodiert.

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