Auch wenn man Gletscher in Deutschland eher aus dem Fernsehen kennt, und die Gletscher in Deutschland heute eher mickrig aussehen, so sind glaziale Prozesse in der Landschaftsformung auch in Deutschland sichtbar.

Wie entstehen Gletscher?

Zunächst braucht es Jahr für Jahr Schneeüberschüsse. Jedes Jahr muss mehr Schnee fallen als schmelzen. Dabei ist die Temperatur nicht so entscheidend, wie man annehmen könnte. Auch ist es nicht so wichtig, wie viel Schnee fällt. Wichtig ist bloß, dass mehr Schnee fällt als schmilzt.

Durch das Eigengewicht der Schneemasse und den entsprechenden Druck verfestigt sich der Schnee. Aus Schnee wird Firn und aus Firn wird durch druckbedingter Umkristallisation Eis. Dabei erhöht sich die Dichte von etwa 0,02 g/cm³  – 0,08 g/cm³ auf etwa 0,6  g/cm³ und schließlich auf bis zu 0,9  g/cm³. Dabei ist auch die Menge der im Eis eingeschlossenen Luft entscheidend.

Gletscher bewegen sich

Größere Eismassen bewegen sich. Dafür muss die Mächtigkeit der Eismasse einem bestimmten Wert überschreiten. Je mächtiger ein Gletscher ist, desto niedriger ist der Schmelzpunkt des unteren Eis, da eine Druckzunahme den Schmelzpunkt senkt. Daher ist auch relevant, wie hoch bzw. niedrig die Temperatur des Eis ist. Doch auch der Untergrund spielt eine große Rolle: Welche Struktur hat er? Wie rauh ist er? Und auch das Gefälle des Untergrunds ist ein Faktor. Allerdings ist dieser nicht so entscheidend, da Gletscher sich auch bergauf bewegen können. Wichtiger hierbei ist das Gefälle der Gletscheroberfläche.

warme oder kalte Gletscher?

Die Bewegung ist also auch von der Eistemperatur abhängig. Ist der Gletscher, also das Eis, kalt, so ist der Gletscher wenig verformbar. Je wärmer er ist, desto verformbarer ist ein Gletscher. Wichtig ist die Schwelle des Druckschmelzpunktes, die je nach Eisdicke eine andere ist. Liegt die Temperatur des Gletschers darunter, so handelt es sich um einen kalten Gletscher.

Massebilanz der Gletscher

Einen Gletscher kann man in zwei Zonen einteilen: ein Nährgebiet und ein Zehrgebiet. Das Nährgebiet ist schneebedeckt. Dort bekommt der Gletscher seine Masse her. Es häuft sich der Schnee, da über ein ganzes Jahr hin der Gletscher dort mehr Schnee bekommt als schmilzt. Der Schnee schichtet und verfestigt sich. Von dort bewegt sich die Masse weiter.

Die Schneegrenze definiert die Grenze zwischen Nährgebiet und Zehrgebiet. Unterhalb dieser Grenze, also im Zehrgebiet, fällt nicht mehr Schnee als Schnee schmilzt. Auch hier kann es schneien, doch der Schnee schmilzt irgendwann wieder weg, außer die Schneegrenze sinkt innerhalb eines Jahres. Die Schneegrenze ist nicht für alle Zeiten fix, sonst würden die Gletscher nicht an Masse verlieren. Im Zehrgebiet verliert der Gletscher auch durch Verdunstung.

Gletscher zu bestaunen gibt es in Deutschland hier: 47°24’54.8″N 10°58’26.7″E und zum Beispiel in China hier: 35°31’51.8″N 81°05’32.3″E

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