5 Deutsche Mark

Wie sieht ein Markt mit einem Monopol aus und wie wird dann der Preis gebildet?

Während auf einem perfekten Markt kein Anbieter oder Nachfrager eine Marktmacht hat und den Marktpreis, der gleichzeitig der Gleichgewichtspreis ist, als gegeben hinnehmen muss, sieht das in einem Markt mit einem Monopolisten anders aus. In einem solchen Markt gibt es Gewinne (im Gegensatz zu einem perfekten Markt) und diese gehören alleine dem Monopolisten.

Damit ein Unternehmen als ein Monopolist bezeichnet wird, müssen einige Bedingungen erfüllt sein: Auf der Angebotsseite darf es nur einen Anbieter geben (oder noch mit extrem geringen Anteilen kleine Unternehmen) und der Markteintritt ist erschert. Außerdem darf es keine geeigneten Substitute geben.

Falls es keine Markteintrittsbarrieren gibt, könnten weitere Anbieter auf den Markt drängen und dadurch würden die Preise fallen – und damit auch Gewinne des Monopolisten. Markteintrittsbarrieren können Infrastruktur sein (Schienennetz, Telefonleitung,…) oder Standards in Branchen: Aus den Büros sind bestimtme Software-Produkte nicht mehr wegzudenken und es gibt keine Bürosoftware, die Microsoft derzeit wirklich gefährden kann. Auch Gesetze können Monopole schaffen, diese sind im Gegensatz zu den o.g. Monopolen nicht natürlich: So schütz(t)en Gesetze zum Beispiel Bestattungsunternehmen, Apotheken, Schienenunternehmen oder Rettungsleitstellenbetreiber vor Konkurrenz.

Also, der Monopolist kontrolliert das gesamte Angebot und legt damit auch den Preis fest. Das geschieht auf dem Niveau, wo die Kosten der nächsten produzierten Einheit dem Erlös den nächsten verkauften Einheit gleicht. Wenn die Preise gesenkt werden, kann mehr verkauft werden, allerdings muss dabei nicht der Umsatz steigen – und selbst wenn der Umsatz steigt, ist das nicht das primäre Ziel, denn das ist der Gewinn.

Doch haben auch Monopole keine unendliche Marktmacht. Wenn es sich um natürliche Monopole handelt, darf der Monopolist den Preis nicht auf ein Niveau heben, das es für andere potenzielle Anbieter lukrativ macht, zu investieren und das Risiko in Kauf zu nehmen.

Monopole sind in der Regel schädlich, weil die Preise tendenziell zu hoch liegen. Mit den Gewinnen, die ein Monopolist alleine abschöpfen kann, ist es möglich, auch in anderen Bereichen Macht zu erlangen – beispielsweise in der Politik.

Allerdings kann ein Monopol auch in bestimmten Fällen auch gut sein, da es oft Skaleneffekte gibt. Bei gewissen Größenordnungen lohnt es sich besonders, ein Gut zu produzieren, da die Fixkosten sinken. Jedoch ist das bei größeren Märkten eher selten der Fall.