Zigarette

Warum sinkt die nachgefragte Menge an Zigaretten nicht in dem Maße, in dem der Zigarettenpreis erhöht wird, und wie hängen Preise und Nachfrage/Angebot zusammen?

Normalerweise reagieren Angebot und Nachfrage auf eine Preisänderung mit einer verhältnismäßigen Mengenänderung. Also, wenn sich der Preis um 2% erhöht, kann man vielleicht davon ausgehen, dass die Nachfrage auch um 2% sinkt. Das ist jedoch sehr, sehr vereinfacht.

In der Realität reagieren diese Variablen nicht gleichmäßig auf andere Variablen. Bei manchen Gütern ist die Menge des Angebot oder der Nachfrage nicht besonders empfindlich auf den Preis.

Die Preiselastizität des Angebots misst die Empfindlichkeit des Angebot auf eine Preisänderung. Wenn der Preis um einen Prozent steigt, so gibt eine niedrige Preiselastizität des Angebots eine geringere Erhöhung des Angebots als einen Prozent an. Das bedeutet dann, dass das Angebot nicht so empfindlich auf den Preis reagiert. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn für eine größere Produktionsmenge erst weitere Fabriken errichtet werden müssten. Dann können Anbieter nicht besonders schnell auf den Preis reagieren, und erst später das Angebot erhöhen.

Die Preiselastizität der Nachfrage misst die Empfindlichkeit der Nachfrage auf eine Preisänderung. Wenn beispielsweise der Preis von Crystal Meth um 10% steigt, so ist vielleicht nicht zu erwarten, dass die nachgefragte Menge um 10% sinkt, da die Kunden vermutlich abhängig sind und daher nicht den Konsum reduzieren können. Die Nachfrage reagiert auf den Preis eher unelastisch. Wenn die Menge der Nachfrage mehr als die prozentuale Preisänderung steigen würde, wäre die Nachfrage preiselastisch, so ist sie jedoch preisunelastisch.

Es gibt nicht nur Preiselastizitäten, sondern auch noch viele andere solcher Elastizitäten, die man in den Wirtschaftswissenschaften kennt, darunter auch die Einkommenselastizität der Nachfrage. Diese ist hoch, wenn die Nachfrage um mehr als 1% steigt, wenn das Einkommen um einen Prozent steigt, und sie ist niedrig, wenn die Nachfrage weniger von Einkommensänderung beeinflusst wird. Man kann vielleicht davon ausgehen, dass bei Konsumgütern die Elastizität etwas höher ist, da gerade bei niedrigen Einkommen zunächst ein großer Teil durch Fixkosten, wie der Miete, gebunden ist.

Interessant sind besonders die Kreuzpreiselastizitäten. Wie in einem anderen Artikel zu Nachfrage und Angebot erwähnt, hängen Preise bestimmter Güter zusammen. Eine Erhöhung des Butterpreises hat Folgen für die Nachfrage von Margarine und damit auch auf den Preis der Margarine (es sind Substitutionsgüter). Außerdem  gibt es Güter, bei denen eine sinkende Nachfrage eines Gutes auch mit einer sinkenden Nachfrage nach einem anderen Gut einhergeht. So braucht man keine Autoreifen, wenn man kein Auto hat. Das sind nämlich Komplementärgüter.

Kommentieren