Von einem Sprachtod spricht man, wenn eine Sprache nicht mehr benutzt wird, die Nachfahren von Sprechern einer Sprache eine andere Sprache sprechen oder wenn sie keine kompetenten Sprecher mehr hat.

Anstatt von einem Sprachtod kann man allerdings auch von einem Sprachwechsel sprechen. Dies ist allerdings eine Frage der Perspektive. Aus der Perspektive der Sprache ist es ein Sprachtod, während es aus der Perspektive der Sprecher ein Sprachwechsel ist. Eine Sprache stirbt in den allermeisten Fällen durch den Sprachwechsel, kann jedoch auch durch einen Genozid der Gemeinschaft der Sprecher verursacht werden.

Derzeit werden etwa 6000 Sprachen gesprochen, wovon allerdings die Mehrheit vom Aussterben bedroht sind. D.h., dass diese Sprachen in einigen Jahrzehnten nicht mehr von der Kindergeneration erlernt wird.

Warum ist ein Sprachtod schlecht?

Schlecht an einem Sprachtod ist der irreversible Verlust von Kultur-, Umwelt- und Geschichtswissen. Sprachen haben Strukturen und Funktionen, die das menschliche Leben von Generationen widerspiegeln. Das ist der große Verlust für die Menschheit.

Für den einzelnen Menschen geht mit dem Sprachtod darüber hinaus noch wesentlich mehr verloren: die ethnische und kulturelle Identität.

Wie findet man heraus, ob eine Sprache bedroht ist?

Ob eine Sprache bedroht ist oder nicht findet man anhand einiger Indikatoren heraus: Wie gut wird die Sprache an die nächste Generation weitergegeben? Wie viele Menschen sprechen die Sprache? Wo wird die Sprache (noch) verwendet? Wie groß ist der Anteil der Sprecher innerhalb der Bevölkerung? Wie sehr macht eine Sprache neue Trends und neue Medien mit? Gibt es Lehrmaterial? Wird sie in staatlichen Institutionen verwendet? Wie ist die Einstellung der Sprecher zu eigenen Sprache? Ist eine Sprache Teil des öffentlichen oder offiziellen Lebens? Wie sieht die (wirtschaftliche) Zukunft der Sprecher im eigenen Sprachgebiet aus?

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