Wie sieht die Welt aus? Woher wissen wir, was die Welt ist? Wie sicher können wir uns sein, wie die Welt ist? Und was ist davon zu halten, dass wir verschiedene Ansichten über die Welt haben? Was ist der Konstruktivismus?

Annahmen

Der Konstruktivismus geht davon aus, dass jeder Mensch die Realität auf eine gewisse Art und Weise wahrnimmt. Von Mensch zu Mensch kann die Wirklichkeit etwas anders sein. Jeder Mensch bringt nämlich seine Erfahrungen mit und interpretiert die Welt daher etwas anders. Der Mensch als Betrachter konstruiert daher die Realität ein Stück weit und er sieht die Realität mit den Dingen „an sich“ nicht. (Siehe Kant!)

Das heißt, dass wir annehmen müssen, dass es eine objektive Realität gibt, aber sie dem Menschen unzugänglich ist, da er sich seine eigene Wirklichkeit konstruiert. Eine objektive Wahrheit über die Realität mag es vielleicht geben, doch kein Mensch hat sie parat.

Dafür ist es wichtig, zwischen einer „Wirklichkeit“ und der „Realität“ zu unterscheiden. In der Welt oder in der Realität sind die Dinge „an sich“. Der Mensch betrachtet sie, doch er sieht eine Wirklichkeit – seine Wirklichkeit. Kein Mensch ist den Einschränkungen seiner Existenz und seiner Sinnesorgane erhaben.

Folgen

Wenn man diesen Annahmen folgt, hat das weitreichende Konsequenzen, auch wenn die eigene Wirklichkeit dadurch nicht problematisch werden muss.

Man könnte sich dann die Frage stellen, warum man Menschen zuhören sollte, die in ihrer Funktion als Lehrer, Dozent oder Professor nicht mit einem gewissen Demut über wissenschaftliche Errungenschaften oder Ergebnisse sprechen. Schließlich müssen – so man den Annahmen folgt – weder logische, noch empirische Methoden zu der „einen“ Wahrheit führen. Allerdings gibt es sicher auch in der eigenen Wirklichkeit rationale Überlegungen zu Ursachen und Folgen in Bezug zu eigenen Bedürfnissen.

Vertreter

Zu den Vertretern gehören Heinz von Foerster, Humberto Maturana, Francisco VarelaErnst von Glasersfeld und Paul Watzlawick.

„Ähnliche“ Annahmen

Man könnte den Nominalismus als eine Position mit ähnlichen Annahmen bezeichnen.

Gegensätzliche Positionen

Als gegensätzliche Positionen muss man den Realismus und den Positivismus bezeichnen.

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