In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gab es zwei mal den Versuch, den amtierenden Bundeskanzler per konstruktivem Misstrauensvotum durch einen neuen Bundeskanzler zu ersetzen. Davon waren beide „gegen“ SPD-Kanzler und einem von beiden wurde vom Bundestag zugestimmt.

1972 versuchte die Union aus CDU und CSU nach zahlreichen Übertritten von Abgeordneten der FDP und der SPD zur CDU/CSU-Fraktion den SPD-Bundeskanzler Willy Brandt durch Rainer Barzel zu ersetzen. Das wäre auch fast gelungen, jedoch hatte die Stasi Stimmen gekauft, um den Bundeskanzler Brandt im Amt zu halten und mit ihm die Ostpolitik.

1982 konnte die Union den Kanzlersturz erfolgreich umsetzen: Helmut Kohl wurde zum Bundeskanzler gewählt, nachdem die FDP sich von der SPD lossagte und den Koalitionswechsel durchführte. Damit war Helmut Schmidt, Brandts Nachfolger im Amt, abgewählt. Das ist bisher das einzige Mal gewesen, dass das Konstruktive Misstrauensvotum erfolgreich eingesetzt wurde. Allerdings hatte dies der FDP einige Stimmen gekostet, als nach der bewusst herbeigeführten Niederlage Kohls bei seiner Vertrauensfrage wiedergewählt wurde.

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